»Sauerland Initiativ« stellt Gütesiegel für Weihnachtsbäume vor

Sauerland. Mit einem einheitlichen Gütesiegel sollen künftig Weihnachtsbäume gekennzeichnet sein, die von Anbaubetrieben aus dem Sauerland stammen, die sich auf die Umsetzung bestimmter Qualitäts- und Ökologiekritierien verpflichtet haben. Voraussetzung für die Auszeichnung mit dem »Fair Forest«-Label sind die Einhaltung der in einer Zehn-Punkte-Liste festgelegten ökologischen Standards und eine Zertifizierung nach dem Qualitätssicherungssystem »Global Gap«. Vorgestellt und erläutert wurde das Projekt heute von »Sauerland Initiativ« auf dem Gelände des Forstwirtschaftbetriebes Feldmann-Schütte in Oberkirchen.

Die Weihnachtsbaumerzeuger aus dem Sauerland sind mit rund zehn Millionen Bäumen nicht nur der umsatzstärkste landwirtschaftliche Bereich, sondern auch Weltmarktführer. Die Weihnachtsbäume wachsen überwiegend auf landwirtschaftlichen Sonderkulturen, die nicht subventioniert werden. Rund 30 Prozent der Bäume werden exportiert, und zwar nicht nur in nahezu alle europäischen Regionen, sondern darüber hinaus beispielsweise auch in die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Weihnachtsbaumbetriebe im Sauerland geben rund 1.000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Im vergangenen Jahr waren die heimischen Weihnachtsbaumbetriebe verstärkt unter öffentlichen und politischen Druck geraten. Dabei ging es insbesondere um ökologische Aspekte bei der Aufzucht der Bäume. Im Rahmen des Projektes »Weihnachtsland Sauerland« unterstützt die Unternehmervereinigung »Sauerland Initiativ« die Branche bei der Neuausrichtung und bei der Öffentlichkeitsarbeit. So gibt es inzwischen mit Unterstützung der Landwirtschaftskammer NRW und den Forstbehörden einen intensiven,
partnerschaftlichen Dialog mit der Bürgerinitiative »Giftfreies Sauerland« und dem »Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND«.

Ziel der bei »Sauerland Initiativ« engagierten Weihnachtsbaumbetriebe ist ein »gläsernes Produkt« mit der Betriebs- und Produktzertifizierung nach »Global Gap« und ein umweltverträglicher Weihnachtsbaumanbau in der Region. Die Liste der ökologischen Standards, die als Grundlage für die Vergabe des neuen »Fair Forest«-Labels dienen, umfasst zehn Punkte und reicht von dem Verzicht auf den Einsatz sogenannter tallowaminhaltiger Glyphosate (gesundheitlich umstrittene Breitbandherbizide) über die Schaffung von bepflanzten Abgrenzungsflächen zu bebauten Nachbargrundstücken bis hin zur Minimierung von Umweltbelastungen durch moderne Produktionstechniken.

Der internationale Qualitätsstandard »Global Gap« hat mittlerweile Eingang in nahezu alle Bereiche der Landwirtschaft gefunden. Zuständig für die Zertifizierung der Betriebe und die Durchführung der regelmäßig stattfindenden Audits ist die Agrar-Control GmbH (ACG) mit Sitz in Krefeld.

Vier große, bei »Sauerland Initiativ« engagierte Weihnachtsbaumerzeuger – die Forstwirtschaftsbetriebe Becker-Gödde aus Bestwig, Feldmann-Schütte aus Oberkirchen, Hennecke aus Sundern und Mütherich aus Eslohe – haben in der Branche eine Vorreiterrolle übernommen und werden das neue »Fair Forest«-Gütesiegel bereits in der Saison 2013 einführen. Die Zertifizierung nach »Global Gap« ist hier teilweise bereits erfolgt bzw. wird derzeit durchgeführt. Verbunden mit der Einführung des »Fair Forest«-Gütesiegels ist die Kennzeichnung der Weihnachtsbäume mit einem »Fair Forest«-Fähnchen, das neben dem Gütesiegel einen Hinweis auf die Herkunft (»Sauerland Original «) und einen QR-Code trägt, der direkt zu einer Internetseite verlinkt. Diese Webseite informiert über die Kriterien des Gütesiegels und zeigt in einem kurzen Film, welcher Aufwand erforderlich ist, um einen qualitativ hochwertigen Weihnachtsbaum zu produzieren.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Vertretern der Weihnachtsbaumerzeuger, der Landwirtschaftskammer und der Forstbehörden wurde in Oberkirchen unter anderem über die strengen Kontrollen der Betriebe insbesondere durch den Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer NRW und über den intensiven Dialog mit Bürgerinitiativen und Umweltverbänden berichtet.

Die vier Weihnachtsbaumproduzenten hoffen, dass sich in nächster Zeit möglichst viele weitere Betriebe aus der Weihnachtsbaumregion Sauerland ihrem Beispiel anschließen und sich nach »Global Gap« zertifizieren lassen, um das »Fair Forest«-Label führen zu können. Die Zehn-Punkte-Liste mit den ökologischen Standards wurde seit der von »Sauerland Initiativ« initiierten ersten Pressekonferenz der Weihnachtsbaumerzeuger im Mai dieses Jahres bereits von 56 Unternehmen der Branche unterzeichnet.

Detaillierte Informationen zu »Global Gap« und ökologischen Standards können in der Geschäftsstelle von »Sauerland Initiativ« angefordert werden.