Weihnachtsbaum-Erzeuger sorgen für Aufklärung

»Sauerland Initiativ« bringt mit Pressekonferenz in Eslohe Ruhe in das vermeintliche Aufregerthema Weihnachtsbaumanbau – Starkes Medieninteresse von Regionalpresse über BILD-Zeitung bis WDR-Fernsehen

Die heimischen Weihnachtsbaumerzeuger sind zuletzt stark unter öffentlichen und politischen Druck geraten. Bei der Diskussion geht es insbesondere um ökologische Aspekte bei der Aufzucht der Bäume. »Sauerland Initiativ« unterstützt die Branche, die weltweit führend ist, bei der Neuausrichtung.

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Landenbeck (Eslohe) wurde ein Reizthema versachlicht, das monatelang durch falsche Beschuldigungen und Halbwahrheiten bestimmt war. »Wir haben und wir werden uns auch künftig an gesetzliche Vorgaben halten«, erklärte Georg Feldmann-Schütte, Weihnachtsbaum-Erzeuger aus Oberkirchen.

Zehn Punkte umfasst die Liste der ökologischen Standards für den Anbau von Weihnachtsbäumen im Sauerland. Der wichtigste dabei: der Verzicht auf den Einsatz sogenannter tallowaminhaltiger Glyphosate (Breitbandherbizide, deren beigemischte Netzmittel krebserregend sein sollen). Fahrgassen, Gräben, Randstreifen und 50 Zentimeter breite Pufferstreifen innerhalb der Wildschutzzäune dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wer den, damit dort Lebensräume für Pflanzen und Tiere entstehen können und Erosion vermieden wird. Die Wildzäune selbst sollen sich zu lebenden Hecken entwickeln. Das Ziel der Weihnachtsbaum-Erzeuger ist ein »gläsernes Produkt« mit der Betriebs- und Produktzertifizierung nach Global Gap (privatwirtschaftliche Organisation, die weltweit freiwillige Standards zur Zertifizierung von landwirtschaftlichen Produkten setzt). Und: ein besonderer, umweltverträglicher Weihnachtsbaumanbau in der Region. Die Flächen werden durch die Standards ökologisch aufgewertet und passen sich dem typischen Landschaftsbild an.

»Wir erfüllen die ökologischen Standards und lassen uns zertifizieren. Und wir sind bereit, unsere Betriebe zu öffnen«, sagt Meinolf Mütherich, Vorsitzender der Fachgruppe Weihnachtsbaumproduktion im Landesverband Gartenbau Westfalen-Lippe. Für alle Nachfragen aus der Bevölkerung stehe man zur Verfügung, so Mütherich. Gegen die Betriebe, die sich nicht an die gesetzlichen Vorgaben halten, wollen die Weihnachtsbaum-Erzeuger rigoros vorgehen, um das positive Bild in der Öffentlichkeit nicht zu schädigen: »Schwarze Schafe haben bei uns keine Chance«, betont Mütherich.

Die Weihnachtsbaum-Erzeuger aus dem Sauerland sind mit etwa zehn Millionen Weihnachtsbäumen der umsatzstärkste landwirtschaftliche Zweig. Die Bäume wachsen überwiegend auf landwirtschaftlichen Sonderkulturen, die nicht subventioniert werden. 30 Prozent der Bäume (circa fünf Millionen Bäume) werden exportiert, europaweit, aber auch in die Türkei und die Vereinigten Arabischen Emirate. Über 1.000 Menschen gibt die Branche einen Arbeitsplatz.