Mentoring: »Sauerland Initiativ« startet beispielhaftes Projekt

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Sauerland. Mentoring – das ist Personalentwicklung der besonders individuellen Art. Zum ersten Mal findet ein solches Projekt, an dem ausschließlich Frauen teilnehmen, jetzt im Sauerland statt. Initiator und Organisator ist die Unternehmervereinigung »Sauerland Initiativ«. Ambitionierte und hochmotivierte Nachwuchskräfte aus ganz unterschiedlichen Berufsfeldern treffen beim Mentoring auf erfahrene Führungsfrauen. Ein Jahr lang begleiten die Mentorinnen ihre Mentees durch ihr Berufsleben und unterstützen sie bei ihrer beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung.

Nach einem intensiven Bewerbungs- und Auswahlverfahren fiel jetzt der Startschuss für die ersten neun Paarungen. Weitere folgen in Kürze. Die zurückliegenden Wochen waren geprägt von vielen Einzelgesprächen zur Erarbeitung persönlicher Profile, Wünsche und Ziele. Initiatorin Karin Schulze, Vorsitzende von »Sauerland Initiativ« und selbst in dem Projekt engagiert: »Es ist wichtig, dass Mentorin und Mentee gut zusammenpassen.« Für »Sauerland Initiativ« ist es ein Glücksfall, dass zwei erfahrene Fachfrauen das Projekt von Anfang an begleiten: Dr. Friederike Höher, Beraterin, Trainerin, Supervisorin und Business Coach, und die systematische Familientherapeutin Brigitte Wagner.

Im Tandem zum Erfolg – für eine erfolgreiche Mentorinnen-Mentee-Beziehung gelten Spielregeln: Beide Seiten müssen an einem offenen Austausch interessiert sein. Denn oft geht es um Themen, die sonst nicht angesprochen werden, aber dennoch subtil wirken. Auch muss die Mentee ohne Angst vor nachteiligen Wirkungen auf ihren beruflichen Werdegang Fehler und Schwächen offenbaren können. Im Mentoring findet ein sehr persönlicher Austausch über Unternehmenskultur, informelles Wissen, Berufserfahrung und Verhalten statt. Dieser Austausch setzt Vertrauen und Verschwiegenheit voraus, denn beide Seiten müssen sich sicher sein können, dass Besprochenes nur nach interner Absprache weitergegeben wird.

Das Zusammenspiel von Mentorin und Mentee soll nicht einseitig sein. Vielmehr sollen beide von dem Austausch profitieren und lernen. Karin Schulze: »Mentoring ist keine hierarchische Beziehung und beinhaltet keine Weisungsbefugnis. Es ist eine Beratungs- und Austauschkooperation zwischen zwei Personen mit unterschiedlichem Erfahrungshorizont.« Und: Mentoring beruht auf Freiwilligkeit, auf persönlichem Interesse und individuellem Engagement, das zusätzlich zu den alltäglichen Verpflichtungen geleistet wird. »Mentoring bedeutet die Begleitung der Entwicklung einer Person über einen längeren Zeitraum«, sagt Dr. Friederike Höher. »Beständigkeit und Verbindlichkeit sind daher wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit«.

Das Programm von »Sauerland Initiativ« sieht vor, dass sich Mentorin und Mentee über ein Jahr in regelmäßigen Abständen treffen und sich austauschen. Darüberhinaus gibt es separate Gruppen-Meetings der Mentees und der Mentorinnen. Große gemeinsame Veranstaltungen aller Teilnehmerinnen wird es am Ende des ersten Projekt-Jahres geben und im Anschluss mindestens einmal jährlich. Initiatorin Karin Schulze: »So kann sich auch das Netzwerk der Mentees erweitern.« Und sie weiß aus Erfahrung: »Durch Regelmäßigkeit kann sich Verbundenheit entwickeln. Und durch Verbundenheit entsteht auch Verbindlichkeit.«

Das Projekt von »Sauerland Initiativ« ist auf Langfristigkeit ausgerichtet. Es ist nicht staatlich gefördert sondern beruht auf ehrenamtlichem Engagement sowie einem geringen Beitrag, den die Mentees zahlen, um die Ernsthaftigkeit ihres Interesses zu unterstreichen. Dies ist die Basis für ein nachhaltiges Projekt. Schulze: »Wenn sich weitere interessierte Mentees melden, können wir – sofern sich auch weitere Mentorinnen engagieren – jederzeit neue Tandems einbinden.«

Einige Mentee-Plätze sind noch zu vergeben. Für Rückfragen steht Sylvia Schmidt in der Geschäftsstelle von »Sauerland Initiativ« unter der Telefonnummer 02353/6659700 oder per E-Mail unter schmidt@sauerlandinitiativ.de zur Verfügung.