Identitätsorientierte Markenführung für die Marke »Sauerland«

Marktforschungsprojekt von »Sauerland Initiativ« und Fachhochschule Südwestfalen in Meschede vorgestellt

In Meschede wurden jetzt von der Fachhochschule Südwestfalen und der Unternehmer-Vereinigung »Sauerland Initiativ« der Presse die Ergebnisse der Studie »Identitätsorientierte Markenführung für die Marke Sauerland« vorgestellt: (von links) Tobias Metten und Karin Schulze (beide Vorstand Sauerland Initiativ), Astrid Schulte und Prof. Dr. Anne Jacobi (beide Fachhochschule Südwestfalen), Peter Sieger und Jörg Bartmann (beide Sauerland Initiativ),
Foto: Sauerland Initiativ

Meschede. Woran lässt sie sich festmachen, die Identität einer Marke? Dies zu eruieren und für ein erfolgreiches Marketing zu nutzen ist ein aktueller Trend in vielen Bereichen der produzierenden Wirtschaft. Relativ neu ist dieses Thema in Verbindung mit dem Regionenmarketing. In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Südwestfalen hat die Unternehmer-Vereinigung »Sauerland Initiativ« 2018 unter der Federführung von Prof. Dr. Anne Jacobi ein ambitioniertes Marktforschungsprojekt gestartet. Das Ziel: Die Entwicklung einer Soll-Identität für die Regionenmarke Sauerland im Sinne einer identitätsorientierten Markenführung. In Meschede wurden jetzt von Prof. Dr. Anne Jacobi und »Sauerland Initiativ« die bisherigen Ergebnisse des Projektes vorgestellt.

Die Studie wurde im März 2018 mit einer Befragung der Unternehmen von »Sauerland Initiativ« durch eine Masterstudentin gestartet. Unter der Leitung von Prof. Jacobi wurden dann im Zeitraum Mai/Juni 2018 von mehr als 100 Studierenden der FH Südwestfalen Passanten in ganz NRW für diese Erhebung befragt. Mit einbezogen in diese Straßenbefragung wurden sowohl ländliche als auch städtische Regionen. 3.529 Ergebnisse konnten die Studenten dabei erzielen.

Nach der Dateneingabe schlossen sich Aufbereitung und Analyse des Datenbestandes an und mündeten in die Abstimmung der weiteren Schritte mit dem Auftraggeber »Sauerland Initiativ«. Auf der Grundlage der Daten wurde dann das Selbstbild der Region Sauerland anhand der vier Bereiche des Markensteuerrades – Markeneigenschaften, Markennutzen, Markentonalität und Markenbild – ermittelt.

Im nächsten Schritt folgte der Vergleich von Selbstbild und Fremdbild: Wie sehen die Sauerländer (interne Zielgruppen) die Region und wie die Nicht-Sauerländer (externe Zielgruppen). Besonders spannend bei dem Vergleich von Selbstbild und Fremdbild ist die unterschiedliche Wahrnehmung der »Hard Facts« (Markeneigenschaften und Markennutzen) von Sauerländern und Einwohnern aus dem übrigen NRW, während hinsichtlich der »Soft Facts« (Markentonalität und Markenbild) große Übereinstimmungen zwischen Selbstbild und Fremdbild festzustellen sind.

Auf Basis des Selbstbildes wurde dann die Soll-Identität der Marke Sauerland vor dem Hintergrund aktueller Megatrends und unter Beteiligung von Mitgliedsunternehmen von »Sauerland Initiativ« am 11. Juli im Rahmen eines Workshops abgeleitet.

Fortgesetzt wird das Projekt im Wintersemester 2019/20 mit der Erarbeitung der Positionierung der Marke Sauerland gegenüber anderen Regionenmarken und mit der Konzeption von Kommunikationsmaßnahmen durch Studierende der Fachhochschule im Rahmen von teamorientierten Semesterarbeiten.

»Innovationspreis Sauerland« geht nach Bad Fredeburg und Lennestadt

Pflegezentrum »Haus Monika« sowie die Heuel & Löher GmbH & Co. KG werden von »Sauerland Initiativ« ausgezeichnet

Begehrte Trophäe: die Skulptur des »Innovationspreises Sauerland« von Designer Günter Wermekes aus Kierspe.                                                                       Foto: Schulte-Lippern
Begehrte Trophäe: die Skulptur des »Innovationspreises Sauerland« von Designer Günter Wermekes aus Kierspe. Foto: Schulte-Lippern
Strahlende Preisträger und zufriedene Gastgeber nach der Preisverleihung zum »Innovationspreis Sauerland 2018« bei der Warsteiner Brauerei (von links): Christian Gieselmann (Warsteiner Brauerei), Gustav Edelhoff und Peter Sieger (Sauerland Initiativ), Ingrid Schendel, Birgit Quaas und Helga Piepho (Pflegezentrum »Haus Monika«), Dr. Steffen Heuel (Heuel & Löher GmbH & Co. KG), Karin Schulze (Sauerland Initiativ) und David Löher (Heuel & Löher GmbH & Co. KG).
Foto: Nougrigat

Warstein. Bei der Warsteiner Brauerei wurden am 14. August 2019 von der Unternehmer-Vereinigung »Sauerland Initiativ« die Preisträger des »Innovationspreises Sauerland 2018« ausgezeichnet. In ihrer Sitzung am 13. Mai 2019 hatte die zwölfköpfige Jury entschieden, den Preis zu splitten: Der 1. Preis, dotiert mit 7.000 Euro, geht an das Pflegezentrum »Haus Monika« mit Sitz in Bad Fredeburg. Den 2. Preis, ausgestattet mit 3.000 Euro, erhält die Heuel & Löher GmbH & Co KG aus Lennestadt für ihr Projekt »Localino«.

Ausgeschrieben worden war der Preis am 22. November 2018 zum Thema »Innovative Ideen, Projekte und Lösungen für zukunftsorientierte Arbeitswelten«. 14 Bewerber aus allen Teilen der Region hatten sich an der Ausschreibung beteiligt. »Mit dem Innovationspreis Sauerland 2018 honorieren wir diesmal ganzheitlich gedachte, innovative Strategien und Prozesse, die ein optimales Zusammenspiel von Mensch, Technik und Raum begünstigen«, hatte Tobias Metten, Vorsitzender von »Sauerland Initiativ«, seinerzeit die thematische Ausrichtung des aktuellen Preises umschrieben. Bewerben konnten sich beispielsweise auch »Unternehmen, die hierarchische Organisationsstrukturen und starre Arbeitszeitmodelle auf den Prüfstand stellen und auch bei der Mitarbeiter-Akquisition, bei der Nachwuchsförderung, bei Aus- und Weiterbildung und bei der Gestaltung der Arbeitsorganisation neue Wege gehen.« Bereits zum 14. Mal hatte die Unternehmer-Vereinigung den mit 10.000 Euro dotierten Innovationspreis ausgelobt.

Die Preisverleihung übernahmen Vorstandsmitglied Karin Schulze und Geschäftsführer Peter Sieger. Karin Schulze nutzte die Gelegenheit, der Jury zu danken: »Die Auswahl der Preisträger ist immer sehr zeitaufwendig. Sie engagieren sich ehrenamtlich für die gute Sache und das ist großartig. Vielen Dank dafür.«

Mit dem 1. Preis honoriert »Sauerland Initiativ« ein »bemerkenswertes, ganzheitliches Unternehmens- und Betreuungskonzept«, das Geschäftsführer Matthias Frevel und sein Team in ihrem Pflegezentrum in Bad Fredeburg realisiert haben. Vorrangige Ziele des Projektes: Ein Höchstmaß an Lebensqualität für die Bewohner der Einrichtung und überdurchschnittlich gute Arbeitsbedingungen für das gesamte Team. Dem Fachkräftemangel wirkt der Unternehmer durch zahlreiche kreative Konzepte zur Anwerbung, Qualifizierung sowie Unterbringung von Pflegekräften entgegen. In Casablanca (Marokko) baute er mit Unterstützung des Goethe-Institutes ein Netzwerk auf, zu dem auch eine Sprach- und Pflegeschule gehört. Das Pflegezentrum »Haus Monika« wurde bereits mehrfach mit dem Prädikat »Familienfreundliches Unternehmen« ausgezeichnet. Die Jury von »Sauerland Initiativ« würdigte die Bewerbung als »bemerkenswertes ganzheitliches Konzept, das innovative Wege beschreitet, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.«

Der zweite Preisträger, die Heuel & Löher GmbH & Co KG aus Lennestadt, hat mit »Localino« ein innovatives Mess-System für die effiziente Prozessgestaltung in Industrie und Handel entwickelt. Dr. Steffen Heuel und David Löher sehen ihre Entwicklung als »Baustein für die nächste industrielle Revolution«, für die Industrie 4.0 und für den digitalisierten Einzelhandel, aber ebenso für die Prozessautomatisierung und beispielsweise auch zur Unterstützung von Senioren. »Localino« ermögliche eine sehr exakte Positionsbestimmung von Personen, Gütern, Maschinen usw. im Raum. Dabei sei »Localino« viel genauer als zum Beispiel ein GPS-System. Durch eine softwarebasierte, intelligente Auswertung könnten Prozesse analysiert und optimiert werden. Die Jury würdigte die Bewerbung als »innovatives Konzept für viele unterschiedliche Einsatzbereiche in Industrie und Logistik, aber auch im Handel und in der Pflege.«