Viactiv

Gesunde Perspektiven für das Sauerland?

Podiumsdiskussion der Unternehmervereinigung »Sauerland Initiativ« mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bei der SASE gGmbH in Iserlohn

Mit der Corona-Pandemie, dem Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie der Frage »Wie gesund kommen Wirtschaft und Föderalismus durch die Krise?« beschäftigte sich die von Jörg Bartmann (2. v. r.) geleitete Podiumsdiskussion mit Oliver Schuster (l.), Jens Spahn und Reinhard Brücker (r.).
Foto: Nougrigat
Mit der Corona-Pandemie, dem Stand der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie der Frage »Wie gesund kommen Wirtschaft und Föderalismus durch die Krise?« beschäftigte sich die von Jörg Bartmann (2. v. r.) geleitete Podiumsdiskussion mit Oliver Schuster (l.), Jens Spahn und Reinhard Brücker (r.). Foto: Nougrigat

Sauerland. Corona und kein Ende in Sicht? Begriffe wie »Lock-Down« und »Pandemie« sind zum Bestandteil unseres alltäglichen Vokabulars geworden. Die Bedrohung durch das tückische Virus hat alle anderen Gesundheitsthemen, die unsere Region bewegen, in den Hintergrund gerückt: Krankenhaus-Schließungen, Fachärztemangel, Gesundheitskosten-Explosion – um nur einige zu nennen. Ein weites Feld für die Podiumsdiskussion mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, zu der die Unternehmervereingung »Sauerland Initiativ« in die Räumlichkeiten der SASE gGmbH in Iserlohn eingeladen hatte.

»Gesunde Perspektiven?« lautete die Fragestellung für die von Jörg Bartmann, journalistischer Berater von »Sauerland Initiativ«, moderierte Gesprächsrunde mit Minister Spahn, Oliver Schuster, Vorstandsvorsitzender der Vossloh AG (Werdohl), und Reinhard Brücker, Vorsitzender des Vorstandes der Krankenkasse Viactiv (Bochum).

Zur Gesundheitswirtschaft in unserer Region zählt die gleichnamige Brancheninitiative über 200 Hersteller, Zulieferer und Dienstleister. Immerhin rund 110.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden hier beschäftigt. 41 Krankenhäuser, Kliniken und Reha-Einrichtungen gehören zur Branche, dazu kommen 371 Apotheken, ca. 1.900 niedergelassene Ärzte, 221 ambulante Pflege- und Krankendienste sowie 250 teilstationäre und stationäre Pflege-Einrichtungen. Beim Blick auf die Branche darf man auch nicht die drei südwestfälischen Hochschulen vergessen, mit den Studienangeboten Medizintechnik, Life-Science, Biomedizinische Technologie, Bionik und Photonik sowie angewandte Biomedizintechnik. Abgerundet wird das Spektrum durch eine Lebenswissenschaftliche Fakultät.

Mit Blick auf die Entwicklung der heimischen Krankenhauslandschaft ist festzustellen, dass sich ein Trend zum Abbau bzw. zur Schließung kleiner, lokaler Krankenhäuser abzeichnet. Gerade diese Kliniken übernehmen aber insbesondere im ländlichen Raum wichtige Funktionen zum Beispiel für die ambulante Notfallversorgung. Erkenntnisse aus Bewerbungsgesprächen in den Mitgliedsunternehmen von »Sauerland Initiativ« sind Beleg dafür, dass auch Regionen abseits der Ballungsgebiete über eine zuverlässige und umfassende medizinische Versorgung verfügen sollten, um für Fach- und Führungskräfte attraktiv genug zu sein.

Weitere Themen der Diskussionsrunde beschäftigten sich mit dem aktuellen Stand der Digitalisierung im heimischen Gesundheitswesen, mit der Frage »Wie gesund kommen die Wirtschaft und der Föderalismus durch die Krise?« sowie mit aktuellen Erkenntnissen aus der Nutzung der Corona-App und aus der Forschung in Sachen Impfstoff.

Vor Beginn der Veranstaltung trug sich der prominente Gast aus Berlin ins Goldene Buch der Stadt Iserlohn ein, assistiert von CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak, Stellvertretendem Bürgermeister Thorsten Schick und dem Landtagsabgeordneten Jochen Ritter.