Eine neue Studie der Fachhochschule Südwestfalen im Auftrag von Sauerland Initiativ e.V. bestätigt die traditionellen Stärken des Sauerlandes und liefert klare Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Region.
In Meschede wurde am 24.03.2026 eine Pressekonferenz durchgeführt. Frau Prof. Dr. Anne Jacobi präsentierte folgende Aspekte: Was sind die Stärken des Sauerlandes als stärkste Industrieregion in Nordrhein-Westfalen? Wo gibt es Schwächen oder Anpassungsbedarf? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit sich Arbeitskräfte langfristig im Sauerland niederlassen? Gibt es Wahrnehmungs-Unterschiede zwischen Sauerländern und Nicht-Sauerländern?
Antworten auf diese und weitere Fragen haben Studierende der Fachhochschule Südwestfalen im Auftrag der Unternehmervereinigung Sauerland Initiativ e.V. in einer breit angelegten Umfrage gefunden.
Die im Sommer 2025 durchgeführte Marktforschungsstudie „Lebensqualität im Sauerland“ bietet eine fundierte empirische Grundlage zur Einschätzung zentraler Standort- und Alltagsfaktoren in der Region. Die Marktforschungsstudie wurde von dem Lehrstuhl für Marketing und Marktorientierte Unternehmensführung an der Fachhochschule Südwestfalen am Standort Meschede unter der Leitung von Prof. Dr. Anne Jacobi durchgeführt.
Die Studierenden befragten im Zeitraum Mai bis Juli 2025 zufällig ausgewählte Einwohner in Großstädten in Nordrhein-Westfalen wie u.a. Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen oder Aachen. Andererseits wurden die Interviews in Städten und Dörfern im Sauerland in den Kreisen Hochsauerland, Märkischer Kreis, Olpe und Soest durchgeführt. Insgesamt wurden 1.651 Bürgerinnen und Bürger im Alter zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Aufgrund dieser ungewöhnlich hohen Anzahl an persönlich vor Ort interviewten Teilnehmern kann die Studie als besonders repräsentativ bewertet werden.
Die Lebensqualität einer Region ist heute ein wesentlicher Standortfaktor für ihre Zukunftsfähigkeit. Sie beeinflusst, ob Menschen bleiben, zurückkehren oder neu in die Region zuziehen. Und sie bestimmt zunehmend auch den Erfolg der hier niedergelassenen Unternehmen bei der Gewinnung qualifizierter Fachkräfte. Das Sauerland befindet sich in einem Umfeld, das von demografischem Wandel, Fachkräfteengpässen und zunehmender Konkurrenz mit urbanen Regionen geprägt ist. Gleichzeitig verfügt die Region über starke Identitätsmerkmale wie ursprüngliche Natur, Sicherheit, Wirtschaftskraft, Zusammenhalt und Lebenshaltungskosten-Vorteile.
„Um die Stärken der Wirtschaftsregion Sauerland sichtbar zu machen und strukturelle Herausforderungen besser einordnen zu können, haben wir im Jahr 2025 abermals eine umfassende Bevölkerungsbefragung durch die Fachhochschule Südwestfalen unter Leitung von Prof. Dr. Anne Jacobi und ihrem Team durchführen lassen. Die Studie ist angelehnt an unsere erste Umfrage zur Lebensqualität im Sauerland aus dem Jahr 2012. Auf diese Weise konnten die Ergebnisse der beiden Befragungen quantitativ und qualitativ verglichen werden. Dies gibt uns wertvolle Einblicke in die Entwicklung der Regionalmarke „Sauerland“ und ermöglicht es uns, wichtige Standortfaktoren sowie Handlungsfelder für die zukünftige Entwicklung zu identifizieren“, ordnet Tobias Metten als Vorsitzender von Sauerland Initiativ die Bedeutung der Studie ein.
Kernergebnisse der Studie
Die Studie „Lebensqualität im Sauerland“ bestätigt insgesamt eine hohe Zufriedenheit mit der Region. Besonders Natur, Sicherheit, Wirtschaftskraft, Zusammenhalt und vergleichsweise niedrige Lebenshaltungskosten werden als zentrale Stärken wahrgenommen.
Wichtig sind für die Einwohner in NRW die politischen und wirtschaftlichen Kriterien (91% Wichtigkeit: eine qualifizierte Arbeitsstelle zu finden), die gesellschaftlichen Kriterien, Wohnungsmarktkriterien, Freizeitkriterien, die Preise für die Lebenshaltung, sowie Klima und Natur. Hinsichtlich der politischen und wirtschaftlichen Kriterien sowie bei den Kriterien zum Wohnungsmarkt und bei den Preisen für die Lebenshaltung sowie bei Klima und Natur sind die Sauerländer zufriedener als die Einwohner in den Großstädten von NRW.
Gleichzeitig zeigen sich Unterschiede zwischen der Innen- und der Außenwahrnehmung sowie strukturelle Herausforderungen. Vier zentrale Engpässe belasten die Attraktivität der Region: Eingeschränkte Mobilität, fehlende Angebote für junge Menschen, Defizite in der Gesundheitsversorgung sowie eine uneinheitliche digitale Infrastruktur.
Empfehlungen von Sauerland Initiativ an die regionale Politik
Sauerland Initiativ empfiehlt, diese Handlungsfelder gezielt anzugehen: durch bessere und flexiblere Mobilitätsangebote, mehr Freizeit- und Begegnungsräume für junge Menschen, eine Sicherung der medizinischen Versorgung sowie einen beschleunigten Ausbau der digitalen Infrastruktur. Ziel ist es, die Lebensqualität des Sauerlandes weiter zu stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der Region langfristig zu sichern.
„Die Marktforschungsstudie zum Thema Lebensqualität im Sauerland wurde durchgeführt, um die Unternehmen aus der Region zu unterstützen. Wenn überall in NRW bekannt ist, dass es im Sauerland eine gute Lebensqualität gibt, werden viele Fachkräfte und Jugendliche bereit sein, ins Sauerland umzuziehen. Heutzutage ist es für alle Leute aus NRW ganz wichtig, dass man dort wohnen und leben möchte, wo die Lebensqualität super gut ist. Deshalb ist wichtig für die Unternehmer, dass viele Leute wissen, wie gut es ist, im Sauerland zu leben und zu arbeiten“, Prof. Dr. Anne Jacobi, gebürtige Sauerländerin von der Fachhochschule Südwestfalen.
„Die Studie zeigt sehr klar: Das Sauerland hat starke Grundlagen – aber wir dürfen uns darauf nicht ausruhen. Jetzt kommt es darauf an, die identifizierten Engpässe konsequent anzugehen. Wir brauchen ein gemeinsames Vorgehen von Politik, Wirtschaft und Kommunen, um Mobilität zu verbessern, Angebote für junge Menschen zu schaffen, die Gesundheitsversorgung zu sichern und die Digitalisierung voranzutreiben. Nur so bleibt das Sauerland auch in Zukunft ein attraktiver Lebens- und Arbeitsstandort“, so Tobias Metten abschließend.
Die Unternehmervereinigung Sauerland Initiativ e.V. setzt sich seit über 20 Jahren für das Sauerland, die drittstärkste Wirtschaftsregion Deutschlands, ein. Engagiert sind in der Initiative namhafte Unternehmen aus nahezu allen Branchen und Wirtschaftsbereichen im Sauerland sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und öffentlichem Leben. Die Mitgliedsunternehmen – vom Gastronomiebetrieb bis zum international engagierten Weltmarktführer – stehen für mehr als 120.000 Mitarbeiter und für ein Gesamt-Umsatzvolumen von rund 52 Milliarden Euro.